Hundepsychologie & Verhaltenstherapie
Unser Hund

Verstehen Sie Ihren Hund

In seinem genetischen Erbe steckt ein uraltes, vom Wolf abstammendes Wissen, ein biologisches Gesetz. Dieses uralte Wissen hat der Hund auch heute noch in sich, egal wie "groß" oder "klein" er ist, egal was die menschliche Zucht aus ihnen gemacht hat. Wir vergessen allzu gerne, dass wir nicht jedes hundliche Verhalten mit Erziehung oder Training beeinflussen können, in jedem unserer Hunde steckt ein guter Anteil vererbtes Verhalten, das genetisch bedingt und fest verankert ist. Ein Verhaltenskomplex ist meist ein Mix aus beiden, Instinkthandlungen werden durch soziale Erfahrungen weiterentwickelt und ritualisiert. Wir wissen heutzutage, wie wichtig die ersten Lebenswochen beim Welpen sind. Lernt ein Hund in dieser Zeit nicht ausreichend seine Umwelt, Menschen jeden Alters und Artgenossen jeder Größe kennen, wird er im späteren Leben nahezu irreversible Lücken aufweisen, die sich dann als "Verhaltensauffälligkeiten" bemerkbar machen.

Ob wir alleine leben, mit einem Partner oder in einer Familie - gemeinsam stellen wir eine soziale Gemeinschaft dar. Unser Hund sieht uns als sein Rudel an und er bezieht uns in seine Denkweise ein. "Der Hund hat nämlich keine andere!" Wir haben die Möglichkeit uns auf das Denken unseres Hundes einzustellen und als Tierfreund liegt es sogar in unserer Verantwortung, dies zu tun. Unsere Hunde wissen, dass wir einer anderen Art angehören, aber im Zusammenleben mit uns in unserer Familie stellen wir für unsere Hunde ihr Ersatzrudel dar. Denn wir tun Dinge, die aus Sicht des Hundes - ein Rudel eben tut. Wir leben zusammen, wir essen gemeinsam und gehen auf Streifzüge. An dieses Rudel stellt der Hund Erwartungen, die er seiner Denkweise nach an seinen Rudelverband stellt. Auf seine unerzogene, provozierende Art macht der Hund es uns normalerweise leicht Regeln aufzustellen und Grenzen zu setzen, in der Natur läuft es nicht anders. Es geht unserem Hund nicht darum die "Rudelführung" zu übernehmen! Er will nur wissen: Hab ich einen Rudelführer? Wie sehr ist auf ihn Verlass? Wie durchsetzungsfähig ist er? Und wo ist in dem Ganzen meine Stellung? Kein Hund und kein Wolf könnte sich selbst zum Rudelführer ernennen, wenn der Rest des Rudels ihn in seiner Stellung nicht ständig bestätigen würde. Das bedeutet für uns: Wir Menschen unseren Hund davon überzeugen müssen, dass wir es verdient haben "Rudelführer" für ihn zu sein.